Februar 2020 | Turbulente Hauptversammlung beim Zweigverein 2047 Inzersdorf

In teilweise überaus lebhafter und aufgebrachter Stimmung verlief die Hauptversammlung des Zweigvereins 2047 Inzersdorf am 21. Februar 2020. Wesentlicher Grund hierfür war der Problembereich der Stützmauern in der Kleingartenanlage am Zwillingssee in Wien-Inzersdorf. Für großen Unmut unter den Anwesenden sorgte dabei der Umstand, dass ein Mitglied des Zweigvereins für eine vor Jahrzehnten von nicht mehr nachvollziehbarer Stelle errichtete und mittlerweile desolate Stützmauer zum Zwillingssee mangels langjährigem Versäumnis zu deren Sanierung nunmehr einen Abbruchbescheid seitens der Baubehörde erhalten hat. Viele gaben ihrer Empörung Ausdruck, dass dieses Mitglied nunmehr in einem mittlerweile aufwändigen und teuren Prozessverfahren versucht, die Schuldfrage an dieser Misere anderen zuzuweisen und gegen eine große Anzahl von Mitgliedern und Unterpächtern angrenzender Kleingartenparzellen, den Verband der ÖBB-Landwirtschaft und die Eigentümer der Grundstücke, ÖBB-Infrastruktur AG und Gemeinde Wien, Anzeige erstattet hat. Zu erwähnen ist, dass diese Stützmauern seit Jahrzehnten von den jeweiligen Unterpächtern selbst errichtet oder von vorhergehenden Flächennutzern abgelöst und in der Folge ordnungsgemäß und in eigener Verantwortlichkeit instandgehalten werden.

Zweigvereinsobmann Georg Truskawetz versucht mit großem Einsatz seit längerer Zeit eine Lösung im Interesse der Mitglieder seines Zweigvereins, aber auch jener des angrenzenden Zweigvereins zu erreichen. Verbandspräsident Reg. Rat Stefan Maschl, der im Rahmen der Versammlung das Wort ergriff, wies darauf hin, dass Baulichkeiten, die privat errichtet worden sind, keinesfalls durch den Verband oder durch den Zweigverein saniert werden können. Hier liege die Verantwortlichkeit und Haftung für deren ordnungsgemäßen Zustand ausschließlich bei den jeweiligen Errichtern oder Erwerbern derartiger Bauobjekte, so der Verbandspräsident.

In der Versammlung wurde lautstark das fehlende Unrechtsbewusstsein sowie das unsolidarische Verhalten des anwesenden Mitglieds den anderen Vereinsmitgliedern gegenüber kritisiert.

Über Bemühen von Obmann Truskawetz konnte mit Baumeister Ortner ein kompetenter Fachmann gewonnen werden, der die betreffenden Stützmauern überprüfen, gegebenenfalls notwendige Sanierungen ausführen und erforderliche Genehmigungsverfahren fachlich unterstützen wird. Dies, um den eingebrachten Anzeigen durch das Vereinsmitglied entgegenzuwirken.

Dies sei, so Verbandspräsident Maschl abschließend resümierend, sicherlich ein sinnvollerer Weg, als langjährige Prozesse zu führen und unnötige und vermeidbare finanzielle Belastungen für die übrigen Mitglieder zu verursachen. Die ÖBB-Landwirtschaft – sowohl Verband, als auch Zweigverein – bestehen ausschließlich als ehrenamtlich und in ihrer Freizeit tätigen Funktionärinnen und Funktionären, die aus der Arbeit in der Kleingartenbewegung keinerlei finanzielle Vorteile haben. „Wir müssen den Pachtzins zur Gänze und ohne Abzug an den Grundeigentümer abliefern und tragen auch das gesamte Ausfallsrisiko. Wir brauchen kein großes Lob für unseren Einsatz, aber wir erachten es als unerträglich, wenn wir uns für unsere Bemühungen für den Bestand und die bestmögliche Entwicklung von Gartenanlagen mit jahrelangen Prozessvorladungen herumschlagen müssen, die neben hohen und unnötigen Kosten für die Beteiligten letztendlich für die gesamte Kleingartenbewegung nur negative Auswirkungen haben können“, so Präsident Maschl  nicht ohne Bitternis. Bleibt zu hoffen, dass bald Einsicht einkehrt, so die einhellige Meinung der Anwesenden.

Trotz des lebhaften Sitzungsverlaufes saßen die Vereinsmitglieder noch lange danach in netter Stimmung – allerdings ohne das vorher intensiv in Kritik gestandene Mitglied – zusammen und verbrachten, den Umständen entsprechend, doch noch einen netten Abend.

Zweigvereinsobmann Georg Truskawetz mit seinem Team. Sie versuchen mit großem persönlichen Einsatz eine Lösung in der Frage der Stützmauern herbeizuführen.

Verbandspräsident Reg. Rat Stefan Maschl appellierte an das solidarische Zusammenwirken der Mitglieder mit den ehrenamtlich tätigen Funktionären im Zweigverein und im Verband, da nur so ein sinnvoller Betrieb in den Gartenanlagen gewährleistet werden kann. "Mehr miteinander reden und weniger Prozesse führen. Dies sollte das Motto in einem Verein sein", so der Verbandspräsident mit betonter Deutlichkeit.

Baumeister Ortner erörterte mit den Anwesenden Lösungsmöglichkeiten für die rechtliche und gegebenenfalls auch bauliche Sanierung der Stützmauern und erntete große Zustimmung zu seinen Ausführungen.

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