Grüne Klimaanlagen

24.06.2022 |

Gastbeitrag von DI Manuela Hochfelsner, Landschaftsplanerin

Wenn die Sonne im Sommer vom Himmel brennt und die Temperatur auch nachts nicht mehr unter 20 Grad abkühlt, haben Pools und Sonnenschirme in den Gärten Hochsaison. Immer mehr Gartenhäuser werden mit Klimaanlagen ausgestattet. Dabei gibt es bei der Gestaltung eines Gartens Möglichkeiten, die Temperatur auch in Hitzeperioden niedrig zu halten.

Der kühlste Platz im Garten ist im Hochsommer unter einem großen Baum mit blattreicher Krone. Ein großer, alter Laubbaum hat - laut Universität Wageningen - eine Kühlleistung von 20 - 30 kW. Das entspricht der Leistung von zehn Klimaanlagen! Die gefühlte Temperatur im Umfeld des Baumes wird um bis zu 15 Grad gesenkt. Grund ist nicht allein der Schattenwurf, sondern auch seine Fähigkeit, Wasser über die Blätter zu verdunsten. Dabei entzieht er der Umgebungsluft Wärme, kühlt also die Umgebung aktiv ab, ganz ohne die Stromrechnung zu belasten.

Blattmasse und Bodenwasser: Kühlmotoren im Garten.
Die Kühlwirkung einer begrünten Fläche hängt von der Blattmasse pro Quadratmeter, aber auch von der Verfügbarkeit von Bodenwasser ab. So können tiefwurzelnde Pflanzen ihre Verdunstungs- bzw. Kühlleistung auch noch während langer Trockenperioden aufrecht erhalten, während eher flach wurzelnde Rasengräser die Verdunstung bereits eingestellt haben.

In Kleingärten kommen Gehölze mit geringer Wuchshöhe zum Einsatz: Strauchhecken, Klein- oder Schirmbäume, Sträucher, aber auch Kletterpflanzen. Will man möglichst viel Blattmasse auf kleinem Raum schaffen, sind Kletterpflanzen ideal. Mit ihnen lassen sich Wände oder Klettergerüste wie Pergolen begrünen. Aber auch Gehölze, zum Beispiel Obstbäume oder Sträucher, lassen sich entlang von Spalieren ziehen.

Flächen kühlen.
Denn gerade Dächer und Wände von Gebäuden heizen sich im Sommer stark auf. Mit Dach- und Fassadenbegrünungen kann dem entgegengewirkt werden. Erhitzt sich eine Fassade bei 27 Grad Lufttemperatur auf 42 Grad, so bleibt sie begrünt bei 28 Grad.

Dass das Verdunsten von Wasser die Umgebung abkühlt, merkt man, wenn in der Stadt ein Gewitterregen niedergeht. Daher kühlt auch ein Garten umso mehr, je mehr Regenwasser er speichern und zur Verdunstung bringen kann. Besonders stark erhitzen sich all jene Flächen, auf denen das Regenwasser stark abgeleitet wird, wie z.B. bebaute und asphaltierte Flächen.

Mit dem Begrünen von Dächern und der Verwendung von versickerungsfähigen Belägen wie wassergebundenen Decken, Pflasterungen mit Kiesfuge, Rasengittersteinen oder Schotterrasen lässt sich ein Teil des Niederschlagwassers versickern, wodurch sie sich nicht so stark aufheizen.

Übrigens: Je humusreicher der Boden, desto mehr Niederschlagswasser kann er speichern.

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